Betreuung von Schizophrenie-Patienten
Dieser Kernleistungsprozess beschreibt das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei der Betreuung von Patienten, die unter einer schizophrenen Psychose leiden. Die Betreuung dieser Patienten findet in unserer Praxis gemäß der nationalen Versorgungsrichtlinie zur Betreuung von Psychose-Patienten der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie statt
Konzeption der Arzt-Patienten-Interaktion
Bei einer Schizophrenie handelt es sich um eine schwere Persönlichkeitsstörung, die eine kontinuierliche lebenslängliche medizinische Betreuung der Betroffenen notwendig macht. Ziel der Behandlung ist es,
Erneute Schübe mit Auftreten einer paranoiden Symptomatik zu vermeiden
Stationäre Aufenthalte wenn möglich zu verhindern
Den Patienten in die Lage zu versetzen, die Symptome des Auftretens der Erkrankung durch verbesserte Introspektion selbst wahrzunehmen
Die Compliance des Patienten hinsichtlich der medikamentösen Therapie (Gabe von Neuroleptika) zu verbessern
Ihm dadurch die Möglichkeit zu geben, sich besser in sein soziales Umfeld und die Familie zu integrieren
Terminvereinbarung
Patienten, die unter Schizophrenie leiden, kommen häufig nicht auf Eigeninitiative und freiwillig zu uns in die Praxis, sondern werden nach längerem stationären Aufenthalt vorgestellt. Die dafür notwendige Terminabsprache erfolgt im allgemeinen telefonisch durch die betreuende Einrichtung oder das Krankenhaus. Um einen optimalen Untersuchungsablauf zu gewährleisten, wird der Patient bzw. ein ihn begleitender Angehöriger gebeten, folgende Unterlagen zur Untersuchung mitzubringen:
Überweisungsschein
Bisherigen Therapieplan
Krankenhausbericht (stationärer Verlauf)
Laborbefunde und Risikoparameter (wichtig für die Neuroleptika-Gabe)
Auswertung der internistischen Untersuchung (besonders EKG )
Annahme des Patienten
Der Patient wird nach den üblichen Regeln an der Rezeption begrüßt (siehe AA Patientenannahme). Vor dem eigentlichen Arztgespräch prüft die Arzthelferin die mitgebrachten Unterlagen auf Vollständigkeit und fordert ggf. beim Hausarzt, anderen Fachärzten oder im Krankenhaus fehlende Befunde oder Untersuchungsergebnisse an.
Arzt-Patienten-Gespräch
Das Arzt-Patientengespräch beginnt mit einer Klärung der aktuellen Beschwerden, der Erstellung des Krankheitsprofils (Kriterien 1. und 2. Rang) sowie der Ermittlung der Lebensgewohnheiten (Alkohol-, Nikotin, Drogenkonsum) und der bisherigen Medikation.
Ärztliche Untersuchung
Im Anschluss erfolgt die ärztliche Untersuchung. Diese umfasst eine körperliche Untersuchung zur Feststellung möglicher Risiken sowie eine neurologische Basisabklärung (besondere Aufmerksamkeit bei EPS unter Neuroleptika-Gabe) und die Erhebung der psychiatrischen Anamnese (Dauer der Erkrankung, Erstmanifestation, Familienanamnese).
Im Anschluss an die Untersuchungen bespricht der Arzt mit dem Patienten und ggf. seinen Angehörigen die Befunde, erläutert die notwendige Neuroleptika-Therapie und weist den Patienten entsprechend ein. Zudem vereinbart er mit dem Patienten Termine für Folgegespräche, in denen die Möglichkeiten zur familiären und sozialen Reintegration mit dem Patienten besprochen werden.
Dokumentation und Abrechnung
Die Dokumentation der einzelnen Behandlungsschritte und Untersuchungsergebnisse erfolgt direkt nach dem Patientenkontakt in der Praxis-EDV. (AA Leistungsdokumentation). Die Abrechnung erfolgt anhand der jeweiligen Vertragsunterlagen und auf der Basis der Eintragungen in der EDV.
Eine Arzthelferin prüft sie bei Durchsicht der Tagesliste (AA Tageslisten). Um eine lückenlose Betretung der Patienten zu gewährleisten, erhalten sie direkt nach dem Arztgespräch einen Kontrolltermin für die nächste Untersuchung.
Evaluation
Die Prozessevaluation erfolgt für jeden Patienten individuelle entsprechend den vereinbarten Therapiezielen und Gesprächsintervallen. In regelmäßigen Abständen erfolgt zudem eine Patientenbefragung, deren Ergebnisse als Grundlage für weitere Prozessoptimierungen dienen (FB Patientenfragebogen)
Gesamtbewertung
Im Rahmen der jährlichen Managementbewertung (siehe „Entwicklungsprozesse – Visionen –Ideen) wird auch Betreuung von hirnleistungsgestörten Patienten auf Zielerreichung überprüft und neue Ziele für das nächste Jahr abgeleitet.





