Neurologische Akutbehandlungen
In diesem Kernleistungsprozess beschreibt das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei der Betreuung von Patienten mit neurologischen Akuterkrankungen (Schlaganfall, Migräne, Bandscheibenerkrankungen, erhöhter Hirndruck, Polyneuropathie, zentral entzündliche Erkrankungen z.B. MS). Die Behandlung dieser Patienten erfolgt in unserer Praxis entsprechend den aktuellen Leitlinien der Gesellschaft für Neurologie in Deutschland und Europa (ENS).
Konzeption der Arzt-Patienten-Interaktion
Zu den neurologischen Erkrankungen, die eine ärztliche Akutintervention erfordern, zählen vor allem die
Vermeidung eines Schlaganfalls
Verhinderung von Engpass-Syndromen der oberen oder unteren Extremitäten
Migräneanfälle
Akute Bandscheibenerkrankungen
Akute Schübe bei MS
Behandlung von Neuropathien
Abklärung von Druckanstiegen im Hirn (Tumorverdacht, Hirnblutung)
Hier ist die Einleitung von schnellen Diagnostik- und Therapiemaßnahmen erforderlich, um das Risiko für den Patienten zu minimieren, ihm schnelle Schmerzlinderung zu verschaffen, die Funktionsfähigkeit von Organen und Organsystemen sicherzustellen und schwerwiegende Folgeschäden auszuschließen oder zu minimieren.
Terminvereinbarung
Da viele Akuterkrankungen spontan, also ohne Vorwarnung auftreten, kommen die Patienten oft ohne vorherige Terminvereinbarung in die Praxis.
Je nach Dringlichkeit der Beschwerden werden sie dann im laufenden Sprechstundenbetrieb zwischengeschoben oder in der Akutsprechstunde behandelt.
Oftmals werden die Patienten aber auch von einem anderen Arzt (Hausarzt oder Facharzt) in der Praxis angemeldet, so dass die Behandlung geplant und vorbereitet werden kann.
Um einen optimalen Untersuchungsablauf zu gewährleisten, wird der Patient gebeten, folgende Unterlagen – sofern möglich - zur Untersuchung mitzubringen:
Überweisungsschein
Aktuelle Laborbefunde
Befunde aus Voruntersuchungen,
Facharztbefunde
Medikamentenliste
Annahme des Patienten
Der Patient wird nach den üblichen Regeln an der Rezeption begrüßt (siehe AA Patientenannahme). Vor dem eigentlichen Arztgespräch prüft die Arzthelferin die mitgebrachten Unterlagen auf Vollständigkeit und fordert ggf. beim Hausarzt oder anderen Fachärzten oder im Krankenhaus fehlende Befunde oder Untersuchungsergebnisse an. Außerdem erfragt sie die aktuelle Medikation und trägt diese wie Blutdruck und Gewicht bereits in die EDV ein.
Je nach angegebenen Beschwerdebild, werden zur Beschleunigung des Untersuchungsablauf bereits funktionsdiagnostische Maßnahmen (z.B. EEG, Ableitung Nervus Medianus) vorab durchgeführt.
Arzt-Patienten-Gespräch
Das kurze Arzt-Patientengespräch dient im Akutfall nur der Aufnahme des Beschwerdebildes des Patienten (Art und Dauer, Erstauftreten).
Ärztliche Untersuchung
Es folgt dann eine körperliche Untersuchung unter Einschluss der neurologische Basisdiagnostik (Inspektion, Palpation, Auskultation) . Auf Basis der erhobenen Untersuchungsbefunde entscheidet der Arzt, ob weitere – und wenn ja, welche – diagnostischen Maßnahmen erforderlich sind. Das Diagnostikprogramm kann im Einzelfall folgende Maßnahmen umfassen:
CCT
MRT (Überweisung Radiologie)
SEP
VEP
Blinkreflexe
Doppler-Sonographie
Nach Vorliegen der Untersuchungsbefunde bespricht der Arzt mit dem Patienten das weitere therapeutische Vorgehen (z.B. Optimierung der medikamentösen Therapie, ergänzende medizinisch-physikalische Behandlung, TENS-Therapie) und legt bei Bedarf einen Wiedervorstellungstermin fest. Dieser liegt im allgemeinen in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen nach der Akutintervention, so dass zu diesem Zeitpunkt auch eventuelle Fremdbefunde vorliegen, die dann bei der Therapiekonzeption berücksichtigt werden.
Sofern auf Grund der Schwere der Erkrankung eine stationäre Behandlung erforderlich wird, veranlasst die Praxis die Einweisung in ein geeignetes Krankenhaus.
Dokumentation und Abrechnung
Die Dokumentation der einzelnen Behandlungsschritte und Untersuchungsergebnisse erfolgt direkt nach dem Patientenkontakt in der Praxis-EDV. (AA Leistungsdokumentation).
Die Abrechnung erfolgt anhand der jeweiligen Vertragsunterlagen und auf der Basis der Eintragungen in der EDV. Eine Arzthelferin prüft sie bei Durchsicht der Tagesliste (AA Tageslisten).
Um eine lückenlose Betreuung der Patienten zu gewährleisten, erhalten sie direkt nach dem Arztgespräch einen Kontrolltermin für die nächste Untersuchung.
Evaluation
Die Prozessevaluation erfolgt für jeden Patienten im Rahmen der festgelegten Untersuchungsintervalle bzw. der Quartalsuntersuchung. In regelmäßigen Abständen erfolgt zudem eine Patientenbefragung, deren Ergebnisse als Grundlage für weitere Prozessoptimierungen dienen (FB Patientenfragebogen)Gesamtbewertung
Im Rahmen der jährlichen Managementbewertung (siehe „Entwicklungsprozesse – Visionen –Ideen) wird auch Betreuung von schlafgestörten Patienten auf Zielerreichung überprüft und neue Ziele für das nächste Jahr abgeleitet.
Mitgeltende Dokumente
VA K6 Neurologische Akutbehandlungen
AA Terminvergabe
AA Blinkreflex
AA Patientenannahme
AA EEG
AA Doppler-Sonographie
AA VEP
AA SEP
AA MEP
AA Ableitung Nervus Medianus
AA Leistungsdokumentation
AA Tageslisten
FB Patientenbefragung





